Wahrscheinlich lauf ich gerade in der Gefahr von einer Menge Menschen gehasst zu werden, doch nach einer kurzen Diskussion über das Thema Spenden, muss ich das einfach mal los werden:

Ich kann es beim besten Willen nicht verstehen, wie Menschen für Tiere Geld spenden können!

So, jetzt ist es raus! Mit Spenden meine ich nicht, das eigene Haustier zu versorgen, sondern Spenden an Tierheime, Tierpatenschaften oder z.B. dem Deutschen Tierschutzbund E.V.

Steht nicht der Mensch im Vordergrund?

Armes Kind Hund in sehr schlechtem Zustand
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Ich habe ja gar keine Abneigung gegen Tiere! Im Gegenteil! Doch ich habe den Eindruck, dass mit jeder normalen Spende für ein Tier, vielleicht ein Menschenleben in ärmeren Ländern gerettet werden könnte. Das notwendige Medikament / die rettende Impfung ist oft gar nicht so teuer wie von vielen vermutet.

Klar, stellte sich mir da auch die Frage:

Kann oder darf man da überhaupt unterscheiden?

Spenden für einen guten Zweck ist super! Basta!

Klar… so ist das. Und irgendwie sollte man Menschen auch nicht kritisieren, ganz egal für welchen (guten) Zweck sie ihr hart verdientes Geld spenden.

Jeder kann mit seinem Geld machen was er will

Aber der Gedanke “Was hätte eine Organisation, die sich für Menschen einsetzt, mit dem gleichen Geld machen können?” drängt sich mir bei jeder Ankündigung einer höheren Spende für Tiere auf. Wenn ich allein schon sehe, für welche Zwecke bei der Organisation “Stiftung für das Tier im Recht” Geld gesammelt wird:

  • Ausbau einer Bibliothek
  • Verfassen eines Praxisratgebers
  • Erweiterung einer Datenbank für Straffälle im Jahr 2007! (?)

Versteh ich nicht.

Natürlich, Tiere werden festgehalten, eingesperrt, gequält, unter unmöglichen Zuständen gehalten. Das gleiche Trifft aber auch auf Menschen zu!

Was würdest du machen? Welches Leben zählt mehr? Mensch oder Tier?

10 Antworten zu “Warum für Tiere spenden?”
  1. supeermario sagt:

    Ich denke die meisten Leute wollen sehen, was mit ihren Geldern passiert. Aus diesem Grund spenden Sie lieber in Tierheimen oder ähnlichen. Mit dem Geld in andere Länder ist das immer so eine Sache. Vieles Geld landet bei den falschen Leuten.

  2. darky sagt:

    so hart es klingt, du hast Recht
    der Mensch scheint aber Vierbeiner viel lieber zu haben, als irgendein Kind in der dritten Welt. Ist schon klar, der Vierbeiner könnte ja in der Nachbarschaft wohnen, ein hungerndes Kind (in Deutschland auch schon passiert, aber nicht an der Tagesordnung) weniger.

    @supeermario:
    Gerade bei Tierschutzorganisationen ist ein Mißbrauch zu erkennen, wie oft stehen da so “Vermittler” vor Geschäften und zerren dich schon an ihren Tisch, wo sie dir dann die Bilder von den gequälten Tieren zeigen. Es ist traurig, aber geh ich deswegen jetzt rum und zeig den Leuten Bilder von hungernden Kindern, um Mitleid zu erzeugen?
    Hier muß man schon unterscheiden, die Einen provozieren eindeutig Mitleid, sind auch dann noch erbost, wenn du einfach gehst Tierhasser?

    Deswegen jeder kann spenden für was er möchte oder ob überhaupt. Nur ist wirklich die Frage, Mensch oder Tier?

  3. Markus sagt:

    supeermario! Das freut mich aber sehr dich hier wieder zu sehen! Wie geht’s? Noch fleißig am laufen? :) Ich denke du hast schon recht. Bei lokalen Hilfsorganisationen z.B. für Tiere kann man schon “live miterleben” was mit dem Geld passiert.

    @der andere Markus :)

    Irgendwie wirst du hier als ich gehighlighted wenn du als Markus schreibst :D Muss mal schauen ob es da irgendeinen Workaround gibt :D Unverschämtheit genauso zu heißen wie ich :)
    Aber stimmt auf jeden Fall auch.. es gibt ne Menge sogenannte “Tierschutzorganisationen” die vor dem Supermart mit Dosen warten. Wenn man da was Spenden möchte sollte man sich zumindest einen Ausweis zeigen lassen.

  4. darky sagt:

    wechsel ich einfach meinen Namen, aber halt dieser beliebte Name Markus gibts einfach zu oft ;)
    jetzt nicht auf den Tierschutz bezogen trotzdem letztens passiert:
    Besuch von angeblichen Ex”Drogenjunkies”, die eine “tolle” Umfrage bzgl. Drogenkonsum und die Resozialisierung durchgeführt haben. 3 total hirnrisse Fragen, am Ende was kam?
    “Wir waren ja im Knast und wollen jetzt uns eine neue Chance erarbeiten. Die Firma hat uns ein Zimmer gegeben und mit 1,50 € im Monat könnt ihr uns unterstützen”
    Plötzlich ein Zeitschriftenabo, toll, eine Umfrage dann so etwas???
    Ich “Nein” daraufhin war der Eine stinkig “Ars…..” noch zu mir und gegangen der Andere “Du verstehst das nicht?”

    Und ich “nein”, sorry, das ist einfach dreist… sowas würde ich auch nicht spenden, auch wenn es sich um Menschen handelt, sich das Vertrauen erschleichen und dann “Ein Abo kaufen?”

  5. Markus sagt:

    :D Ok, der Workaround ist natürlich noch ein Stück leichter für mich. Habe das Theme geupdated und jetzt werden auch Gravatare hier angezeigt.

    Aber Markus da hast du schon recht… ich hätte es besser gefunden, wenn sie direkt mal gesagt hätten was sie wollen. Dann kann man sich auch gleich überlegen ob man bereit ist was abzugeben. Aber so hat man ja schon fast ein schlechtes Gewissen wenn man Nein sagt.

  6. supeermario sagt:

    Ich dachte jetzt eigentlich nicht an die “Supermarktvertreter”, sondern eher an die Leute, die an Tierheime aus ihrer Region überweisen…
    So richtig helfen, kann man wohl nur vor Ort (egal ob Mensch oder Tier). Dazu gehört meines Erachtens viel Mut. Leider werden diese Menschen (die anderen helfen) nicht so gehypt (wie zum Beispiel Filmschauspieler).

    @Markus
    ja sicher, laufe ich noch… auch wenn meine Knie die letzten Monate “geschrien” haben.

  7. Michael sagt:

    Hallo
    Ich werde jetzt nicht versuchen, gute Gründe für das Spenden für Tiere zu finden oder “Tierspender” versuchen zu verstehen. Meiner Meinung nach gibt es nämlich sehr viele Gründe die man nennen kann um das Verhalten der “Tierspender” zu verstehen, nachzuvollziehen und sogar gut zu heißen. Nebebei gehöre ich zu den Leuten, die der Meinung sind, man sollte auch keinen Bettlern Geld geben… (Jetzt mal ehrlich, was passiert wenn Bettler kein Geld mehr bekommen. Sie müssen anders Geld bekommen: Arbeiten. Jetzt denkt bestimmt jeder, aber wenn da keine Arbeit ist… Dann fängt man an Streichhölzer zu verkaufen… (Ach scheiße, dass ist so ein großes Thema und ich habe leider keine Zeit)
    Der Grund warum Leute spenden, ist weil sie sich dadürch besser fühlen! Das ist Tatsache! Ich finde es sehr traurig dass man sich nicht genau so gut fühlen kann, wenn man für Leute spendet, mit denen man sich nicht so sehr identifizieren kann. Ich bin mir sicher, mit dem Anteil an Schwarzen in Deutschland, wird auch der Anteil an spenden für Schwarze steigen…

    (Ich hoffe mein unstrukturierter schwer nachvollziehbarer Kommentar, gibt euch Gedankenanstöße)

  8. Markus sagt:

    @supeermario

    Oh, du armer :) Mit den Knien hatte ich zum Glück noch nie so wirklich schlimme Probleme. Muss auch mal wieder mit dem Joggen starten. Mach momentan nur Muskelaufbau… Bald sollte mal wieder eine Ausdauerphase kommen :D Die schwindet leider immer so schnell

    @Michael

    Hi Michael! Danke für deinen Kommentar. Das mit den Bettlern kann ich nur teilweise nachvollziehen. Ich denke man muss da ganz klar Abwägen.

    Manche können nichts für ihre Situation, haben vielleicht noch nicht mal eine Arbeitserlaubnis und sind gezwungen am Existenzminimum zu leben.

    Andererseits habe ich auch schon eine Reportage gesehen, in dem ein Straßenmusiker mit “Bettelschilder” in einer großen Stadt an einem Tag mehr verdient hat als so manch ein Bankangestellter.

    Ich denk mal Mitleid wird der häufigste Ausschlaggeber für Spenden sein. Und da hast du schon recht: Umso mehr man sich mit der Person identifizieren kann, desto höher ist wahrscheinlich der Wille zu spenden.

    Irgendwie ein kompliziertes Thema :)

  9. darky sagt:

    Wenn das Thema leicht wäre, würde es nicht so stark ausgenutzt werden.
    Bei Bettlern ist es wirklich nicht mehr ersichtlich, ob er/sie das betteln als Job macht und damit wirklich mit 100 Euro am Ende des Tages rausgeht oder ob er/sie wirklich arm ist. Hier fängt natürlich dann die Skepsis an, auch durch Berichte in der Presse und TV wird von Banden berichtet, die sich damit Tausende von Euros erschleichen.
    Also Ende vom Lied, man gibt einem Bettler nichts mehr, egal in welcher Situation er ist.

    @Michael:
    “Ich bin mir sicher, mit dem Anteil an Schwarzen in Deutschland, wird auch der Anteil an spenden für Schwarze steigen…”

    Versteh ich gerade nicht, wenn also mehr Schwarze in Deutschland leben würden, würde es mehr Spenden für diese Bevölkerungsgruppe geben?
    Aber dann identifiziere ich mich doch nicht mehr mit “diesen Leuten” (das hört sich jetzt alles so politisch irgendwie inkorrekt an)

    Bei den Tierspenden seh ich eher den “Niedlichkeitsfaktor”, och der arme kleine Hund der brauch das Geld. Oder wenn es dann sogar noch um Welpen handelt, dann ist die Bereitschaft wahrscheinlich noch größer.
    Vermute genauso, eine schöne weibliche Bettlerin wird mehr Geld bekommen als ein dicker, grimmig dreinblickender Bettler oder?

  10. Simon sagt:

    @darky Stimmt. Aussehen macht auch schon was aus. Wahrscheinlich wird es genau den gegenteiligen Effekt haben. Die es wirklich brauchen bekommen weniger oder gar nichts.

    Ich habe schon mal für Tiere gespendet. Für ein Tierheim in Hamburg. Es war aus einer Laune heraus und hätte man mich damals vor die Wahl gestellt wäre meine Wahl vielleicht doch auf hungernde Kinder gefallen.
    Aber wie Markus im Artikel schon geschrieben hat: Hauptsache man macht überhaupt mal was.

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