Ein neues Buch muss her! Aber welches? Das fragen sich viele Menschen täglich auf der Suche nach neuem Lesestoff. Persönliche Empfehlungen sind mit der wichtigste Grund für heutige Kaufentscheidungen!

Aber ist es auch möglich den digitalisierten Text so zu analysieren, dass dabei eine, dem Geschmack des Lesers entsprechende, Empfehlung ausgespuckt wird?

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Bild: Drab Makyo | Lizenz

Was macht BookLamp.org eigentlich?

Das Projekt BookLamp.org analysiert Bücher systematisch nach folgenden Merkmalen

  • Geschwindigkeit
  • Komplexität des Textes
  • Action / Spannung
  • Beschreibende Sprache
  • Dialoge

Da Englisch, im Vergleich zu anderen Sprachen, eine relativ simple Struktur aufweist, ist es hier leichter, verschiedene Sätze in Kategorien einzuteilen. Hierbei kommt es beispielsweise auf die Länge des Satzes, Anzahl der verschiedenen Wortarten (Nomen, Verben usw.) und auf die Satzzeichen an.

Nehmen wir als Beispiel Jurrassic Park von Michael Chrinchton, da der Inhalt durch den Film vielen bekannt sein sollte. In dieser Grafik kann die, durch den Computer ermittelte Spannungskurve abgelesen werden:

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Wie man sehen kann, steigt die Spannung stetig, was sich auch mit dem Inhalt des Buches abgleicht. Und ganz am Ende fällt die Spannung natürlich wieder ab.

Auch die Bewertungen im oben Teil der Grafik sind relativ genau ermittelt worden. Die Handlungen sind schnell, der Text ist nicht sonderlich komplex, es ist eine hohe Spannung vorhanden, wenig beschreibender Text und sehr viele Dialoge. Informationen wie Anzahl der Wörter und Szenen, sowie das Genre und das Datum der Veröffentlichung sind auch abzulesen. Ziemlich beeindruckend für eine Computeranalyse.

Wo bleiben die Empfehlungen?

Momentan befindet sich BookLamp noch in der Betaphase. Das bedeutet es wurden bisher nur 179 Bücher eingescannt und analysiert. Aber wie geht man nun bei der Recherche nach einem neuen Buch vor? Angenommen Jurassic Park ist eins deiner Lieblingsbücher. Dann suchst du es in der Datenbank von BookLamp und es werden Vorschläge, wie in folgender Grafik zu sehen, gemacht:

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Wie man im Verlauf der folgenden Kurven vielleicht erkennen kann, ähneln sich beide Bücher sehr.

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booklamp-org-jurassic-parc-by-michael-crinchton-scale

Hat BookLamp.org Potential?

BookLamp.org ist aus dem Projekt CanGoogleHearMe.com entstanden. Aaron Stanton aus den Staaten hatte vor einiger Zeit eine Idee, nämlich das System von BookLamp.org, und kündigte Online per Video an diese - zu dem Zeitpunkt noch unbekannte Vision - Google vorzustellen und darauf zu hoffen, dass die Jungs in Mountain View ihm bei dem Projekt unterstützen. Leider schlug dies Fehl.

Deswegen hat Aaron mit mehreren Entwickeln den Service alleine ins Netz gestellt und wartet nun auf Kapitalgeber doch befindet sich auch im Gespräch mit Yahoo, Microsoft und Amazon.com.

In Zukunft soll in den Buchvorschlag auch noch noch die Bewertungen der Nutzer des Systems einfließen, diese dienen aber lediglich der subjektiven Bewertung und sollen keinen großen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Wenn dieses System in einen der großen Online-Bücher Shops wie Amazon.com eingebunden werden würde, hätte es ein großes Potential und würde viele Menschen zu einer besseren Buchauswahl verhelfen. So könnte man nach seinen Lieblingsbüchern suchen und sich die besten Treffer anzeigen lassen.

Laut den Entwicklern von BookLamp.org ist es hierbei komplett egal, welchen Bekanntheitsgrad das Buch hat. Das würde bedeuten, auch unbekannte Autoren, ganz unabhängig vom Werbebudget und Grenre, hätten eine Möglichkeit über dieses System entdeckt und gelesen zu werden.

Ich denke der Erfolg wird letztendlich auch an der Anzahl der im System geführten Büchern abhängen. Amazon.com oder Google, die bereits eine riesige Auswahl gescannter Bücher verwalten, wären für BookLamp.org die perfekten Partner.

 
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4 Antworten zu “Computergenerierte Buchempfehlungen? Ist das möglich? BookLamp.org versucht es!”
  1. Dürrbi sagt:

    Interessant klingt sa ja schon, ein Buch elektronisch auf Inhalte zu analysieren - inwieweit die Analyseergebnisse mein Kaufverhalten beeinflussen würden, kann ich aber nicht sagen. Interessant wäre allerdings, wie weit sich die elektronisch ermittelten “Werte” mit meinen schon vorhandenen Erfahrungen bei bestimmten Büchern decken würden (oder auch nicht)

    Ich nehme Bücher lieber in die Hand und lese die Klappentexte und hoffe, dass der Eindruck, den ich in dem Moment erhalte auch dem Inhalt des Buches gerecht wird. Bisher habe ich nur ganz ganz wenige Bücher selbst gekauft, die sich hinterher als Schrott herausstellten.

  2. Fudge sagt:

    Eine nette Idee, aber ich glaube nicht dass sie dauerhaft erfolgreich sein wird. Hier wird das Thema Buch viel zu sehr technologisiert. (sagt man das so? Mein deutsch verkommt langsam…) Bücherkauf ist doch oftmals eine Bauchentscheidung. Aber dennoch eine witzige Idee.

  3. tobe sagt:

    pf, find ich auch albern. als ob die kaufentscheidung für ein buch so gravierend ist. bei der auswahl womit sich die leute im tv verblöden lassen machen sie vorher ja auch keine kosten-nutzen analyse…

  4. Markus sagt:

    @Dürrbi: Ja, wär echt mal ganz interessant das zu vergleichen :) Aber wenn du bisher immer ganz gute Erfahrungen mit der herkömmlichen Methode hattest spricht ja auch nichts dagegen bei dieser zu bleiben :)

    @Fudge: Joah… ich glaub der Typ der die Idee hatte war davon eventuell vielleicht sogar ein bischen zu viel überzeugt und hat seine ganze Arbeitskraft darein gesteckt. Ich glaub wenn das richtig floppt wäre das nicht so schön für den :)

    @tobe: Hehe… Buch und TV ist doch noch was anderes, oder? Die Hürde heute Abend “Germanys Next Topmodel” zu sehen (was ich auch mache - Giselle muss raus) :) oder die Anschaffung eines neuen Buches sind für mich zwei ganz verschiedene Paar Schuhe ;) Beim Buch habe, ich zumindest, den Anspruch neben der Unterhaltung auch noch ein bisschen was zu lernen. Zumindest mehr als bei dem TV-Junk, den du wahrscheinlich gerade im Kopf hattest :D

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