Prive Schloss

E-Mail, Internet, Web 2.0, alles Sachen mit denen sich viele Menschen täglich beschäftigen. Texte schreiben, Bilder auf eine Internetseite bzw. ein Portal stellen, E-Mails verschicken, Blogs führen.

Gerne wird dabei ein Aspekt übersehen oder sogar verdrängt:

Die Privatsphäre - Stufe 1: Text

Pseudonym - Wirklich geheim?

Viele Menschen haben ein festes Pseudonym im Internet. Oft mit Wiedererkennungwert.

Was eigentlich als Schutz dienen soll, wird schnell durch die Individualität zu einer echten Gefahr. Sollte sich eine, aktiv im Internet agierende Person, dazu entschließen, von nun an den Nicknamen pseudomania778 zu nutzen, würde man allein schon über die Google Suche 90% aller Internetaktivitäten dieses Benutzers aufdecken können.

Ich schätze Google braucht ca. 5 Minuten um dieses fiktive Pseudonym mit diesem Blog zu verknüpfen.

Aber das Pseudonym ist doch frei gewählt und damit nicht zuzuordnen?

Blogger oder Webseitenbetreiber, die eine .de Domain registrieren, haben kaum eine Chance ihre Identität zu schützen. Jede Domainregistrierung, bei dem in Deutschland dafür zuständigen Unternehmen, der Denic eG, verlangt die volle Postanschrift, die JEDER auf deren Homepage einsehen kann, sobald die Domain registriert wurde.

Abgesehen davon, muss man laut deutschem Recht, auch die volle Anschrift im Impressum angeben.

Ha, ich brauche keine eigene Domain. Und ich hab auch keinen Blog! Und wenn, es gibt doch Blogger und Co.!

Klar! Die Identität des Besitzers eines fremd gehosteten Blogs ist sicherlich nicht so leicht zu aufzuspüren, dies wissen die Leute, die englischsprachige Blogs wie “The Secret Diary of Steve Jobs” verfolgen sicherlich. Doch auch seine Identität ist mittlerweile aufgedeckt worden. Wie auch schon zuvor geschrieben:

Normalerweise ist der Zwecke eines Pseudonyms INDIVIDUELL zu sein. Sonst wäre es auch für „Online Freunde” schwer eine entsprechende Zuordnung zu treffen.

Aber mal ehrlich: Gibt es nicht Menschen aus dem Verwandten oder Bekanntenkreis, die das gewählte Pseudonym kennen? Wahrscheinlich schon!

Na gut, vielleicht kann man mir meinen Text zuordnen und danach im Internet suchen… Ich habe aber nichts zu verbergen. Warum also die Aufregung?

Sicherlich, manchen mag es nichts ausmachen, dass jeder Schritt im Internet Spuren hinterlässt. Aber ist es nicht doch komisch, dass man den Zeitpunkt und den Inhalt jedes Kommentars durch moderne Suchalgorithmen sogar chronologisch auflisten kann?

„Manfred war um 12:26 auf irgendnedomain.de und hat folgenden Kommentar hinterlassen:”

Aber dies ist schon längst Realität und es lässt sich nur schwer was daran ändern. Anscheinend muss man sich damit abfinden, dass die eigenen Spuren im Internet, quasi jederzeit zu recherchieren sind.

Die Privatsphäre - Stufe 2: Bilder

Viele Leute - Aufmerksamkeit

Die momentan verfügbaren Programme zur Gesichtserkennung sind noch nicht sehr weit fortgeschritten und haben eine hohe Fehlerquote.

Ein Grund dafür ist, dass Menschen zum Beispiel lachen, weinen oder sich einen Bart wachsen lassen.

Auch aufgrund der zunehmenden Terroranschläge in den letzten Jahren, arbeiten Softwareunternehmen eifrig an neuen Ansätzen, die Erkennung von Gesichtern zu perfektionieren.

Aber was wäre wenn? Angenommen die Software, die jedes Gesicht einer eindeutigen ID oder auch einem Namen zuordnen kann, würde heute existieren?

Jedes Foto was jemals den Weg ins World Wide Web gefunden hat, könnte in eine solche Datenbank aufgenommen werden!

Was bedeutet das?

Dollhouse Hamburg

Ich könnte das Foto eines neuen Arbeitskollegen, einer Freundin oder auch meines Nachbars auf eine solche Seite hoch laden, die Seite wiederum würde das neue Bild mit den bisher existierenden abgleichen, und mir alle Treffer in kürzester Zeit anzeigen. Somit könnte ich alle Bilder der gewünschten Person einsehen

Vielleicht hat derjenige sogar gar keine Kenntnis über die Existenz der Fotos, da sie auf einer Party, von einer Webcam oder den großen, schwarzen Wagen von Google Street View gemacht wurden.

Diese Technologie ist sicherlich nicht in die Katogorie Science Fiction einzuordnen, sondern könnte vielleicht schon in wenigen Jahren Realität werden.

Da mittlerweile viele Menschen einen Großteil ihres Lebens im Internet verbringen, könnte der Begriff „gläserner Mensch” schnell Wirklichkeit werden.

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3 Antworten zu “Gefahren Gesichtserkennung - Einschnitte in die Privatsphäre durch intelligente Software”
  1. supeermario meint:

    Die Zeiten als die Leute wegen einer anonymen Volkszählung noch auf die “Barrikaden” gingen, sind seit dem Internet wohl längst vorbei.
    Jeder gibt bereitwillig “Auskunft” sei es wegen eines Gewinnspieles oder so ne “profitable” Payback-Karte.

    Allerdings funktionieren viele “Dienste” (im Internet) ohne diverse Angaben nur begrenzt.

    Ein “festes” Pseudonym ist für viele gerade wegen des Wiedererkennungswertes wichtig. Natürlich gilt das nur für “Normale”, die “Anderen” wechseln natürlich Ihre Pseudonyme gerne um besser rum zupöbeln

    Da ich nichts zu verbergen habe, bin ich ziemlich “offenherzig” mit meinen Daten…

  2. Fudge meint:

    Man sollte das Internet auch als riesiges Potential für HR’ler nicht unterschätzen. Ich kenne eine Menge Firmen, die auf Portalen, oder über Google erst mal den namen eines bewerbers googeln. Peinlich, wenn dann unschöne Fotos oder peinliche Texte von einem existieren.

  3. tobe meint:

    und ob das ganze funktioniert kann man z.b. hier testen: http://www.personen-suchmaschine.de/

    @fudge: das sagt man immer mit den HR’lern. Auf mein Blog wurde ich allerdings bisher zur einmal. Was natürlich nicht heißt, dass man nicht gegooglet hat. Aber bei meinen Inhalten würde ich erwarten, dass das thematisiert wird. Schon allein im Hinblick auf die Frage: bloggen aus der firma heraus… *heikel**heikel*

Schreib hier doch auch etwas hin